Vom Schlafen und Verschwinden - Katharina Hagena

"Vom Schlafen und Verschwinden" - ist ein Buch, was ein wenig Aufmerksamkeit fordert. Das liegt an der bildhaften Sprache und den Gedankensprüngen, die die Protagonistin vollführt. Die Gedankensprüngen finde ich aber in dieser Erzählung geradezu gelungen, wenn nicht sogar notwendig. Denn es geht um Ellen, die wach im Bett liegt und gefangen im Gedankenkarussell ist. Wer kennt es nicht: man liegt zu unchristlichen Zeiten hellwach da und starrt die Zimmerdecke an. Und so geht es Ellen auch. Ihre Gedanken kreisen um ihre Tochter, um die komatöse Mutter, den verzweifelten Vater und ihre Heimat (wo auch immer die liegen mag). So lernt man sie und ihr Leben kennen. 

"Nachdenken half selten gegen Verwirrung, aber es war ein gutes Mittel, um Zeit zu gewinnen, Zeit, in der man versuchen konnte, seiner Verwirrung auf andere Weise Herr zu werden."

Spannend erzählt und tatsächlich gar nicht einschläfernd! Eine schöne Geschichte über unterschiedliche Lebenslinien, die sich immer wieder unbewusst kreuzen.