Die Teppichvölker - Terry Pratchett, Andreas Brandhorst

Ich habe es schon immer gewusst: staubsaugen bringt nichts Gutes! Und mit "Teppichvölkern" wurde mir dies bestätigt.

Terry Pratchett beschreibt Völker, die in einem Teppich wohnen. Wer hätte das bei diesem Titel ahnen können. Nun ist die Vorstellung aber gar nicht so weit hergeholt, denn wer weiß schon, was da alles so kreucht und fleucht. Somit findet dies schon mal meine Begeisterung. Einzig und allein verwirrte mich zu Beginn die Vermischung von Fantasie und Realität. Es gibt fiktionale Tiere im Teppich wie "Snargs", aber auch gut bekannte Silberfischchen (Vorsicht. Superböse!), ist die Holzwand nur eine Holzwand oder bekommt man irgendwann raus, dass es sich tatsächlich um ein Streichholz handelt. Dementsprechend muss man ziemlich gut aufpassen und immer wieder die Dinge hinterfragen. Aber man gewöhnt sich dran und erfreut sich an den Abenteuern, die die Demii, Defmeten und Konsorten miteinander und gegeneinander erleben. Und stetig leben sie und der Leser in der Angst vor dem Großen Scheuerer, der alles vernichtet.

Besonders hübsch finde ich das Nachwort. "Die Teppichvölker" beruhen nämlich auf einer Kolumne von Pratchett aus dem Jahr 1965, und die bekommt man mal nebenbei auch ausschnittsweise präsentiert. Nett finde ich das. Und zusätzlich ist das Buch auch mit Illustrationen "vom Großmeister höchstselbst" gespickt.

Man merkt aber, dass die Scheibenweltromane später entstanden sind und der spitzfindige Humor, den ich so sehr bei Pratchett liebe, noch Raum zum Entwickeln hatte. Schön ist es dennoch!