Der Name der Rose - Umberto Eco, Burkhart Kroeber

Ein Klassiker schlechthin. Und zunächst erfüllt er das Klischee eines Klassikers: es liest sich am Anfang eeeetwas holprig. Doch kaum nach 100 Seiten hat man sich eingelesen und ist aufnahmefähig für den feinen Humor und Sarkasmus, der einem zwischen den Seiten entgegenweht. Und natürlich schlägt mein Herz für William - ein englischer Mönch, der mit dem selbigen, landestypischen Humor gesegnet ist. Dieser ist mit dem Novizen Adson unterwegs (aufgrund allerlei politischen und kirchlichen Wirrungen, die ich vermutlich nur halb verstanden habe). Beide gelangen zu einer Abtei, in der sich bald die Ereignisse überschlagen. Wie die Fliegen sterben die Mönche, immer unter mysteriösen Umständen. William, ehemaliger Inquisitor, soll dem Morden ein Ende setzen und "ermitteln". Schnell wird klar, dass die Bibliothek eine große Rolle spielen muss. Diese wird gehütet und ist geheimnisumwoben. 

Zuerst dachte ich, dass das jetzt so ein Mittelalterklopper ist, gespickt mit religiösen Brimborium. Und sicherlich gibt es viel religiöses Gedöns, aber dieses wird oft von William spitzfindig hinterfragt und auf die Probe gestellt. Schön fand ich das. Außerdem gefiel mir auch der Krimianteil in diesem Buch.

Schlussendlich stellt sich heraus, dass all die Leute sterben mussten, weil ein Mönch ein Buch versteckte, welches den Humor und Sarkasmus guthieß. Absolut angemessen muss ich doch da sagen....

 

Abschließend sei eine Stelle zitiert, die mir unter all den vielen, besonders gut gefiel:

>>Wie schade!<< rief ich enttäuscht. >>Ich wäre gern einmal beim Spazierengehen im Walde einem Einhorn begegnet! Wozu geht man sonst im Walde spazieren?<<

Ja, wozu? Berechtigte Frage