Eine Studie in Scharlachrot -  Arthur Conan Doyle

Der gute Mister Sherlock Holmes. In "Eine Studie in Scharlachrot" begegnen wir ihm und Mr. Watson zum ersten Mal. Eine kuriose Begegnung, die gleich zeigt, was für ein verquerer und verschrobener Vogel doch Holmes ist. Aber nicht ganz so bizarr wie ich ihn mir manchmal vom Hörensagen vorgstellt habe. Sicherlich, so richtig gesellschaftskonform ist er auch nicht ("Wen interessiert schon das Sonnensystem? Es hat ja doch keinen direkten Einfluss auf mein Leben"). Manchmal frage ich mich sogar, ob er nicht einige autistische Züge hat mit seinen Inselbegabungen. Aber das sei mal so dahin gestellt.

Die Geschichte verliert keine Zeit und springt quasi direkt in den Fall, der die Londoner Polizei und Watson vor lauter Rätsel stellt. Nur Holmes scheint gleich den Durchblick zu haben. Daran lässt er Watson, und somit auch den Leser, beschränkt teilhaben - genug um an der Stange und neugierig zu bleiben. Und plötzlich ist der Mörder geschnappt und man sich nur fragt: "Hä?? Wie jetzt?" und wird damit allein gelassen. Denn spontan wechselt der Spielort und alle Figuren. Zunächst etwas verwirrend, bis man schnallt, dass das die Vorgeschichte ist. Aber eine kleine Vorwarnung wäre schon nett gewesen. Nichtsdestotrotz ist auch die Vorgeschichte spannend und mit Herzschmerz versehen. Am Ende finden die beiden Geschichten doch noch zusammen und Sherlock Holmes bietet seine grandiose Schlussfolgerung (war ja fast selbsterklärend und offensichtlich... ;-D).

Eine schöne, kurzweilige Geschichte, die ein gutes Maß an Spannung und Liebeskummer bietet. Man bleibt ein Holmes-Fan